Aktuelles
Der 3. Workshop des Arbeitskreises "Design For Future 2011" findet am 21./22. 2. 2011 im Rahmen der Software Engineering 2011 in Karlsruhe statt.
Die Proceedings des 2. Workshop "Design for Future - Langlebige Softwaresysteme" sind online verfügbar: WSR /DFF 2010 Tagungsband (PDF, 7,5MB).
GI AK L2S2
Dies ist die Homepage Arbeitskreises "Langlebige Softwaresysteme" (AK L2S2). Der Arbeitskreis wurde im Rahmen des Treffens der Fachgruppe Software-Architektur am 18. Juni 2009 in Kiel eingerichtet, zu der der Arbeitskreis auch zugeordnet ist.
Motivation
Entgegen einer weit verbreiteten Annahme altert auch Software, obwohl sie ein immaterielles Gut ist: Die Umgebung, in der Software eingesetzt wird, verändert sich kontinuierlich. Sowohl die Anforderungen an die Software als auch die verwendete Hardware und Infrastruktur sind einem stetigen Wandel ausgesetzt. Wird die Software nicht entsprechend weiterentwickelt, so altert sie rasch relativ zu ihrer Umgebung. Dieses Problem ist vor allem im Bereich der großen betrieblichen Informationssysteme unter dem Oberbegriff Legacy bekannt und wird sich in Zukunft noch weiter verschärfen. Zum einen gewinnen eingebettete Systeme immer größere Bedeutung, wo aufwändige Software in langlebigen technischen Geräten eingesetzt wird. Zum anderen macht die steigende Vernetzung von Systemen die Situation zunehmend schwieriger. Alterungsprozesse von Teilen gefährden das Gesamtsystem; dies lässt sich plakativ mit dem Begriff Erosion von Softwaresystemen beschreiben. Diese Probleme haben enorme ökonomische Bedeutung für unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Wissenschaft und Wirtschaft sind aufgefordert, neue Methoden der Softwaretechnik und Standards zu entwickeln, um die erheblichen Investitionen, die in große Softwaresysteme getätigt werden, zu schützen und massive Probleme durch zunehmende Software-Erosion zu verhindern. Wir müssen neuartige Konzepte, Techniken und Werkzeuge entwickeln, um die Entstehung immer neuer Legacy-Probleme zu vermeiden.
Ziele
Ziel des Arbeitskreises „Langlebige Softwaresysteme" ist es, die geschilderte Entwicklung aus praktischer und wissenschaftlicher Sicht aufgreifen. Insbesondere soll der Austausch zwischen Praktikern und Wissenschaftlern gestärkt werden, um fundierte, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. Dies soll zum einen den akuten Forschungsbedarf aufzeigen und zum anderen den Transfer von Forschungsergebnissen zurück in die industrielle Praxis anregen.
Themengebiete
Unter Berücksichtigung der zuvor genannten Zielsetzung sind für den Arbeitskreis unter anderem die folgenden Themen von besonderem Interesse:Erfahrungsaustausch zur Entstehung und zum Behandlung von Legacy-Problemen in Industrie und Forschung
- Analysen, wie es zum Entstehen von Legacy-Systemen kommt
- Qualitätsanforderungen an langlebige Softwaresysteme
- Methoden und Techniken für die Entwicklung zukunftsfähiger Softwaresysteme und den langfristigen Einsatz von Software
- Anpassbarkeit von Anwendungen an wechselnde Plattformen,sich verändernde Anforderungen und Randbedingungen
- Evolution von Systemen und evolutionsfähige Software-Architekturen
- Metamodelle für die Integration von Wissen über Software
Aus wissenschaftlicher Sicht sind u.a. die folgenden Themen von Interesse:
- Lebenszyklus übergreifende Vorgehensmodelle, die Entwicklung, Deployment und Betrieb, Nutzung und Weiterentwicklung überspannen
- Synchronisation unterschiedlicher Lebenszyklen der Softwareteile und Integration von neu entwickelter Software in Systemlandschaften
- Verfahren zur Erkennung von Legacy-Problemen und ihrer Ursachen
- Bestimmung langfristiger Qualitätsanforderungen und Entwicklung von Methoden, um deren Einhaltung zu messen und zu überwachen
- Business-IT-Alignment und geschäftsorientierte Evolution der IT
- Lebenszyklus-übergreifendes Anforderungsmanagement und Qualitätssicherung
- modellbasierte und architekturzentrierte Entwicklungsmethoden zur Vermeidung von Legacy-Problemen
- neuartige, evolutionsfähige Software-Architekturstile, die sich z.B. unmittelbar an
- Geschäftsdimensionen und Geschäftsfeldern orientieren
- Koevolution zwischen Anforderungen, Architektur und Implementierung
- Koevolution zwischen Anwendungen und Entwicklungsumgebungen und Werkzeugen
- Model/Specification Carrying Code
- Nachverfolgbarkeit zum Beispiel zwischen Anforderungen und Architekturentscheidungen
- Darstellung und Handhabung von Variabilität insbesondere auf der Anforderungsebene und der (Software-)Architekturebene wie z.B. in Produktlinienansätzen
- Architekturmuster für Anforderungs- und Systemspezifikation von Anwendungen und Anwendungslandschaften
- modellbasiertes Reengineering und Refactoring bestehender Systeme, Modellextraktion durch Program Comprehension
- integrierte Entwicklung auf Modell- und Codeebene, Roundtrip-Engineering
- empirische abgesicherte Entwurfsrichtlinien für zielgerichtete Entwicklungsentscheidungen
- virtuelle Maschinen zur Erzielung von Plattformunabhängigkeit
- kooperative Entwicklungsmethoden, Kommunikations- und Kooperationswerkzeuge und Entwicklungsumgebungen, die die enge Zusammenarbeit von Domänenexperten; Anwendern und Softwareentwicklern unterstützen
- skalierbare Methoden, Metriken, Werkzeuge und Prozesse, die die Koevolution von Systemen mit ihren sich verändernden Anforderungen, Randbedingungen und Plattformen ermöglichen
- empirische Untersuchungen, die die Validierung der Ergebnisse absichern
Mailingliste
Der Arbeitskreis hat eine Mailingliste auf der sich Interessierte eintragen können, um auf dem neusten Stand zu bleiben. Die Web-Seite zur Registrierung auf der Mailing-Liste findet sich unter https://lists.ira.uni-karlsruhe.de/mailman/listinfo/ak-l2s2
Organisation
Leitungsgremium:
- Christof Momm, SAP Research Center Karlsruhe
- Stefan Sauer, s-lab Paderborn
- Mircea Trifu, FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe

